"Jazztified" meets "Fette Hupe" - vergnügliche musikalische Bildung in der Aula des HG
Was Musiklehrer Uwe Meile aus der stetig wechselnden Schar der Bläser in der HG -Schuljazzband "Jazztified" macht, zeigt der erste Teil des Abends vor voll besetzter Aula: Konzentration auf präzises Spiel und Mut, die komplexe musikalische Welt des modernen Bigband - Jazz zu präsentieren. Spielfreude kennzeichnet insgesamt den Auftritt von "Jazztified". Die Bläser richten ihre ganze Aufmerksamkeit auf Bandleader Uwe Meile, der sparsam Akzente setzt. Das ist nur ein Beispiel für die gut funktionierende Kommunikation zwischen den Musikern und ihrem "Leader".
Beeindruckend auch die Solisten des Abends: sehr jung, stimmlich aber sicher und raumgreifend überzeugt Dina Wackenroder (Kl.7) mit dem Jamie Cullum-Song " These are the days " und Stevie Wonders " Villa Ghetto Land". Dass "Flashpoint" das Lieblingsstück der Band ist, wird durch Jakob Schliepers cool gespieltes Gitarren - Solo sofort klar. Im Stück "Real" von Rainer Tempel beeindruckt Gregor Heppel durch sein gefühlvolles Posaunensolo .
Den zweiten Teil des Abends gestaltet die " Fette Hupe" aus Hannover als Bildungsreise durch die Jazzgeschichte. Stücke von Duke Ellington und Count Basie, Väter des Amerikanischen Jazz, trägt " Fette Hupe " in ausgesprochen professioneller Manier vor. In den Solo-Partien ( Klavier, Saxophon, Posaune und Kontrabass, gespielt von der einzigen Frau in der Bigband) zeigen die Musiker ihr ausgefeiltes Können am eigenen Instrument. Bandleader Jörn Marcussen-Wulff leitet seine Mannschaft mal sehr zurückhaltend, dann energisch und vorantreibend mit Körpereinsatz. Dem Publikum vermittelt er mit einer lockeren informativen Conference Zugang zur frühen Geschichte des Jazz.
" Wer das nicht kennt, Leute, checken!" Seiner wiederholt vorgetragenen Aufforderung wird vielleicht manch einer von den Zuhörern gefolgt sein.
Besonderen Spaß macht das alles, als er drei Mitglieder von "Jazztified" zum gemeinsamen Dirigieren auf die Bühne lockt und das Publikum die freudig unbefangenen Schülerdirigenten in Aktion erlebt. Nur scheinbar herrscht dabei zuerst musikalisches Chaos, das dann zunehmend melodiöser klingt. Fette Hupe hat alles im Griff!
Lustiger Schlusspunkt des Abends ist dann nach gut einer Stunde der Abgang der Musiker. Ihr Instrument spielend, verlassen sie nacheinander die Bühne, schließlich vernimmt man nur noch die von der Bassklarinette gespielte Leitmelodie, den letzten Ton überlässt der Musiker dem Publikum - und ein tolles Konzert ist beendet.
Fazit : " Jazztified" und " Fette Hupe" - ein gelungenes "Joint Venture" mit pädagogischem Wert, Einblicken in die Welt von Profi-Musikern mit " Erdung" ( Fette Hupe arbeitet viel mit Schülern zusammen) und dem HG-typischen Hinausschauen über die schulische Wirklichkeit in die reale Welt - ein sehr gelungener Spannungsbogen!
Text und Fotos: Sabine Wiggert/6.2.14











