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Mexiko (amtlich Estados Unidos Mexicanos, Vereinigte Mexikanische Staaten), föderale Republik in Mittelamerika, die im Norden an die Vereinigten Staaten, im Osten an die Vereinigten Staaten, den Golf von Mexiko und das Karibische Meer, im Süden an Belize und Guatemala sowie im Westen an den Pazifik grenzt. Das föderalistische Hoheitsgebiet erstreckt sich über Mexiko selbst auch auf eine Reihe von Inseln vor der Küste. Das Land hat eine Fläche von 1 964 382 Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Mexiko-Stadt (Ciudad de México).
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Das hervorstechendste topographische Merkmal des Landes ist das innere Hochland (Meseta Central). Seine Höhe variiert zwischen 1 500 und 3 000 Meter. Es stellt eine Fortsetzung der Ebenen im Südwesten der Vereinigten Staaten dar und umfasst mehr als die Hälfte der Gesamtfläche Mexikos. Das Hochland fällt von Westen nach Osten und vom Süden her ab. Im Süden liegt die Höhe zwischen 1 830 und 2 440 Metern und im Norden bei ungefähr 1 070 bis 1 220 Metern über dem Meeresspiegel. Zwei große Täler bilden deutlich erkennbare Becken im Hochland: der Bolsón de Mapimí im Norden und das Tal von Mexiko oder Anáhuac im inneren Mexiko.
Im Allgemeinen liegen die Küstenebenen tief und sind flach und sandig. An der Pazifikküste sind sie aber an einigen Stellen von Gebirgsvorsprüngen durchbrochen. Niederkalifornien (Baja California), eine lange, schmale Halbinsel, die sich vom äußersten Nordwesten des Landes aus 1 225 Kilometer weit nach Süden erstreckt, wird von Bergen durchzogen, die die Fortsetzung des Küstengebirges im Bundesstaat Kalifornien in den USA sind. Die Halbinsel Yucatán bildet die Südspitze des Landes.
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Etwa die Hälfte des Landes unterliegt landwirtschaftlicher Nutzung. Ungefähr 16 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt (2003), und eine beträchtliche Zahl der Landarbeiter ist auf Ejidos, genossenschaftlichen Bauernhöfen, angestellt, die bereits nach der Landreform von 1917 entstanden sind. Die Unzufriedenheit mit der Verteilung des Landes war der Hauptgrund für den Aufstand der nationalen Befreiungsarmee der Zapatisten im Jahr 1994. Ausbleibende Regenfälle erschwerten häufig die landwirtschaftliche Produktion. Durch Bewässerungsprojekte wurde jedoch die agrarische Nutzfläche vermehrt, und Bodenpflegemaßnahmen haben die Erträge erhöht. Die Ausweitung der Agrarflächen und die Anbaumethoden werden allerdings nicht ausreichend kontrolliert. Bodenerosion, Versalzung sowie Verunreinigung der Wasserwege und des Grundwassers mit Düngemitteln und Pestiziden stellen große Probleme dar.
Das Land erzeugt nicht nur den größten Teil der Grundnahrungsmittel selbst, sondern exportiert auch landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Mais, Weizen, Gerste, Reis, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Obst, Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr. Mexiko ist ein bedeutendes Erzeugerland für Bienenhonig. Der Viehbestand umfasst vor allem Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde, Maultiere und Esel sowie Hühner.
In den Wäldern und Forstgebieten, die etwa 33,7 Prozent der Landfläche einnehmen (2005), wachsen wertvolle Hölzer wie Mahagoni, Ebenhölzer, Nussbäume und Rosenhölzer. Wegen des früheren Raubbaues am Baumbestand wird das Fällen von Bäumen heute von der Regierung streng kontrolliert. Mexiko stellt eine beträchtliche Menge an forstwirtschaftlichen Produkten her, darunter Chiclegummi, Harze und Terpentin.
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4. Wirtschaft
Mexiko ist reich an Bodenschätzen. Fast alle bekannten Bodenschätze kommen hier vor, darunter Kohle, Eisenerz, Phosphate, Uran, Silber, Gold, Kupfer, Blei, Strontium, Mangan, Bismut und Zink. Die nachgewiesenen Erdöl- und Erdgasreserven sind riesig. In der Bucht von Campeche liegen einige der größten Lagerstätten der Welt. Weitere Erdölvorkommen gibt es in den Staaten Veracruz, Tabasco und Chiapas. Auch Silber ist für den Export Mexikos von großer Bedeutung.
Mexiko besitzt eine der am weitesten entwickelten Industrien in Lateinamerika. Circa 23 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Viele neue Fabriken werden im Norden Mexikos als Maquiladoras gebaut (arbeitsintensive Fertigungsbetriebe, die importierte Teile zu Fertigprodukten für den Export zusammenbauen). In jüngerer Zeit haben jedoch US-Firmen stark in gut ausgerüstete moderne Produktionsstätten investiert, in denen Kraftfahrzeuge und andere Verbrauchsgüter für den US-Markt erzeugt werden. Zu den wichtigsten Industrieanlagen Mexikos gehören auch Fabriken zur Herstellung von Maschinen und Elektronikausrüstung, Ölraffinerien, Gießereien, Anlagen zum Verpacken von Fleisch, Papierfabriken, Baumwollspinnereien, Fabriken zur Tabakverarbeitung und Zuckerraffinerien. Weitere Industrieprodukte sind u. a. Bekleidung, Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse, Getränke, Düngemittel, Zement, Glas, Keramik- und Lederwaren.
Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern gehören Rohöl, Erdgas, Baumwolle, Zucker, Tomaten, Kaffee, Garnelen, Rinder, Zink, Textilien, Bekleidung, chemische Produkte, Transportmittel und Maschinen. Importiert werden vor allem Maschinen, Telekommunikationsgeräte, chemische Produkte, Erdöl und Erdölprodukte, landwirtschaftliche Güter sowie Eisen und Stahl. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Handelspartner Mexikos. Durch das – allerdings umstrittene – In-Kraft-Treten der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA (1994) wurde diese Bedeutung noch unterstrichen. Weitere wichtige Handelspartner sind Japan, Deutschland, Brasilien, Kanada, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Fremdenverkehr, Grenzhandel, ausländische Investitionen und Geldüberweisungen der mexikanischen Arbeiter aus den USA sind bedeutende Devisenquellen.
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