WPU UNESCO - Landeskundliches Profil: Südafrika |
1. Lage und Größe
Südafrika ist auf drei Seiten von Wasser umgeben, nämlich vom Indischen Ozean im Osten und Süden und vom Atlantischen Ozean im Westen. Die Landesgrenze im Norden stößt an fünf Länder: Namibia, Botswana, Zimbabwe, Mosambik und Swasiland. Lesotho ist eine Enklave im Osten Südafrikas. Mit 1 219 090 km² ist Südafrika drei einhalbmal so groß wie Deutschland.
© Microsoft, Encarta Weltatlas 2001
Südafrika hat ein randtropisches Klima, das durch Meeresströmungen gemäßigt
wird. Bis auf den äußersten Südwesten wird das Land vom Südostpassat beeinflusst. Die Passatwinde bringen etwa 80 Prozent des
Jahresniederschlages des Östlichen Lowvelds, des Östlichen Hochvelds und der Drakensberge. Über dem Hochveld fallen etwa 380 bis 760 mm
Niederschlag im Jahr. Die Niederschläge nehmen von Osten nach Westen ab, und Teile der Westküste verzeichnen oft nur 50 mm im Jahr. Die
Passatniederschläge fallen im Sommerhalbjahr, das auf der Südhalbkugel von Oktober bis April dauert. Der äußerste Südwesten steht unter
Westwindeinfluss. In diesem Winterregengebiet konzentrieren sich die Niederschläge meist auf die Zeit zwischen Juni und September.
Zwei Drittel Südafrikas werden von einem großen Hochland eingenommen. Die
höchsten Erhebungen bilden die Drakensberge, ein Teilgebirge der Große Randstufe. In diesem Gebirge, welches
das Hochland von der Küstenregion trennt, befindet sich mit dem Champagne Castle ( 3 375 m) die höchste
Erhebung des Landes. Innerhalb des Hochlandes kann man drei Regionen unterscheiden: das Hochveld, das Bushveld und das Middleveld. Das
Hochveld, das den größten Teil des Hochlandes einnimmt, liegt zumeist höher als 1 525 m über dem Meeresspiegel.
Der Oranje, der längste Fluss des Landes, entspringt in Lesotho, fließt nach
Nordwesten und mündet in den Atlantischen Ozean. Der Westteil des Oranje bildet die Grenze zwischen Südafrika und Namibia. Der Vaal
entspringt im nordöstlichen Teil des Landes nahe Swasiland. Er fließt in südwestliche Richtung, bis er in den Oranje mündet. Der Limpopo
entspringt im Nordosten und fließt in nordwestlicher Richtung nach Botswana. Der Oranje ist der längste Fluss in Südafrika und entspringt
in Lesotho. Er verläuft in nordwestlicher Richtung etwa 2 100 km weit und mündet dann in den Atlantischen Ozean. Der Vaal hat sein
Quellgebiet im nordöstlichen Teil des Landes und fließt in südwestlicher Richtung bis zu seiner Mündung in den Oranje. Das
Ursprungsgebiet des Limpopo liegt nahe bei Johannesburg. Der Flusslauf führt zunächst nach Nordwesten, dann nach Osten, übertritt dann
die Grenze zu Mosambik und endet schließlich im Indischen Ozean.
© Microsoft, Encarta Weltatlas 2001
Die Wirtschaft Südafrikas wird primär von der Nutzung der natürlichen Ressourcen getragen. Auf Gold, so heißt es, ist Südafrikas Reichtum
gebaut. Vom Goldpreis auf dem Weltmarkt ist es bis heute besonders betroffen. Auf dem Kontinent ist Südafrika der größte Verbraucher und
zweitgrößte Produzent von Energie. Neben dem Bergbau spielt die exportorientierte Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Damit haben die
Außenwirtschaftsbeziehungen noch koloniale Züge. Industrie und Handel haben jedoch einen wesentlich größeren Umfang als in anderen
afrikanischen Staaten. Die Ungleichheit der Einkommen zählt zu den größten der Welt und ist noch weitgehend schwarz-weiß geprägt.
Im RDP (Reconstruction and Development Programme), dem Aufbau- und Entwicklungsprogramm der Regierung von 1994, steht die Befriedigung
der Grundbedürfnisse im Vordergrund, vor allem die Versorgung der bisher Benachteiligten mit Wohnraum, Zugang zu Wasser und Elektrizität.
Zur weiteren Wirtschaftsplanung wurde Mitte 1996 das neo-liberale Programm Growth, Employment and Redistribution (GEAR) vorgelegt.
Es steht für eine Wende von der umverteilungs- zur wachstumsorientierten Wirtschaftspolitik.
Die Regierungsbilanz über die Verwirklichung der Versorgungsziele nach zehn Jahren kann sich von den
Zahlen her sehen lassen. Problematisch bleiben allerdings die Versuche, Wasser- und Elektrizitätsversorgung durch teilweise
Privatisierung sicherzustellen, weil zu viele mittellose Menschen nicht bezahlen können. Nicht annähernd erreicht hat die Regierung die
Ziele einer Landreform; nur ein Bruchteil des ehemals Weißen vorbehaltenen Landes wurde bisher umverteilt.
Durch Privatisierung gingen viele Arbeitsplätze im formellen Sektor verloren. Bei einer offiziellen Arbeitslosenrate um 30 Prozent
versuchen Millionen Menschen, darunter viele Frauen, mit einer informellen Beschäftigung das Überleben zu sichern. Aus der
Zivilgesellschaft heraus wird für ein an den Bedürfnissen orientiertes "people's budget" mobilisiert.
Bei einem Gipfeltreffen über Wachstum und Entwicklung verständigte sich die Regierung mit Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und
Bürgerorganisationen im Juni 2003 über künftige Kooperation für mehr Arbeitsplätze, Investitionen, Ausbildung und Schaffung gleicher
Chancen. Die Regierung will Black Economic Empowerment besonders fördern.
http://www.inwent.org/v-ez/lis/s-afrika/seite3.htm
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