WPU UNESCO - Ghana - Wasser

"Hände weg von unserem Wasser!"        

 

Seit fünf Jahren kämpft in Ghana eine immer breiter werdende Koalition unterschiedlichster gesellschaftlicher Organisationen gegen den von der Regierung akzeptierten Weltbank-Plan der Wasserprivatisierung. Jetzt gibt es einen neuen Versuch diese Privatisierung endlich durchzuziehen, denn die französischen und südafrikanischen Unternehmen drängen ihre Beauftragten. Die NACP - die Nationale Koalition gegen Wasserprivatisierung hat Anfang Mai 2005 einen Solidaritätsaufruf verbreitet "Keep your hands off our water", mit dem diese breite Widerstandsfront nun auch internationale Unterstützung sucht.

Schon heute haben rund ein Drittel der Bevölkerung (von der die Hälfte weniger als 1 US-Dollar am Tag verdient) keinen direkten Wasserzugang und zwei Drittel sind ohne Wassersanierung. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass in den Armenvierteln der Hauptstadt Akkra die BewohnerInnen bereits heute zwischen 18 und 25 Prozent ihres Einkommens für Wasser ausgeben müssen.

Das wesentliche am "neuen" Plan des IWF und der Weltbank zu Wasserprivatisierung besteht lediglich darin, dass die bietenden Unternehmen - heute noch aus Frankreich und Südafrika - statt einen10- jetzt nur noch einen 3-Jahresvertrag kaufen können - wobei die NACP nicht nur prinzipiell dagegen ist, sondern auch darauf hinweist, dass dieser Vertrag keine Klausel enthält, die weitere Optionen ausschliessen würde. (11.05.2005)

 

  

Seit es Menschen gibt, existieren Normen und Regeln rund um das lebenswichtige Gut Wasser. Der Zugang zum Wasser und seine gerechte Verteilung an die Nutznießenden bedarf gesellschaftlicher Regelung. Manche Historiker führen die Gründung der ersten Staatswesen in Mesopotamien und Ägypten auf solche Regulierungssysteme zum Wasser zurück.

Auch in der Gegenwart spielt das Konzept des Menschenrechts Wasser eine bedeutende Rolle. Im November 2002 haben die Vereinten Nationen einen Allgemeinen Kommentar zum Recht auf Wasser erarbeitet. Er bildet die Grundlage für die weitere Diskussion in diesem Bereich. Aufgabe ist es nun, den Kommentar in möglichst vielen Ländern bekannt zu machen und dafür zu sorgen, dass seine Inhalte und Ziele umgesetzt werden.

 

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Wasser-Krise

In Deutschland und in den meisten Ländern des Nordens ist Wasser ein Gut, das noch im Überfluss vorhanden ist. Der Hahn wird einfach aufgedreht oder das Flaschenwasser im Supermarkt gekauft. Doch auch hierzulande ist der Wasservorrat gefährdet, sei es durch Verschmutzung von Oberflächen- oder Grundwasser, oder durch Übernutzung.

Noch dramatischer stellt sich die Situation in vielen Regionen in Afrika, Asien oder Lateinamerika dar. In vielen Mega-Städten des Südens bleiben Armensiedlungen aus dem städtischen Versorgungsnetz ausgeschlossen. Viele können sich sauberes Wasser nicht leisten und greifen auf verschmutztes Wasser zurück, das zu Krankheiten führt.

80% der Menschen ohne Zugang zu ausreichend Trinkwasser leben allerdings in ländlichen Regionen. Das knappe Trinkwasser muss oft von weit entfernten Quellen geholt werden. Da meistens die Frauen für die Wasserversorgung verantwortlich sind, benötigen sie oft Stunden, um ihre Familien täglich mit dem kostbaren Nass zu versorgen.

Die Weltbank spricht davon, dass Wasser aufgrund der begrenzten Vorräte zum Erdöl des 21. Jahrhunderts werden und ähnliche Konflikte auslösen könnte.

 

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Wasser-Krise
Vor allem die Ärmsten haben keinen Zugang zu Wasser

Die Wasserknappheit und ihre Folgen trifft vor allem die Länder in trockenen Regionen der Welt, hauptsächlich die Länder des Südens. 80% aller Krankheiten in Entwicklungsländern sind laut der WHO auf unsauberes Wasser zurückzuführen.

Nach dem Weltwasserentwicklungsbericht der UNESCO haben in Asien und Lateinamerika 20% der städtischen Bevölkerung keinen Zugang zu Wasser bzw. zu Abwasser. In Afrika sind es sogar 40%, während in Europa und Nordamerika fast jeder Mensch Zugang zu einem Wasser- und Abwasseranschluss hat. Allerdings sind die Länder des Südens unterschiedlich betroffen. Länder wie Saudi-Arabien und Ägypten zeigen im Vergleich zu Äthiopien oder Kambodscha einen recht hohen Versorgungsgrad.

Die Folgen der Wasserkrise trägt häufig die ärmere Bevölkerung, darunter vor allem die Frauen. Die Frage nach Wasser und nach Existenzsicherung ist damit auch eine Frage des Geldes. Sie vergrößert die Gesundheits- und Ernährungsrisiken und sie weitet die soziale und wirtschaftliche Kluft zwischen Wasserbesitzern und Wasserlosen - ein wachsendes Konfliktpotential.

Im Norden von Ghana sind die Erkrankungen durch den gefährlichen Guineawurm besonders hoch.