Einen Tag lang in der Rolle eines Straßenkindes
Tag der Kinderrechte: Schüler des Hainberg-Gymnasiums informieren Bürger in Göttingen
Göttingen (afu). Schuhe putzen, Süßigkeiten verkaufen, betteln: All das müssen Straßenkinder in aller Welt
machen, um nicht zu verhungern. Zum Tag der Kinderrechte am Montag informierten Schüler des Hainberg-Gymnasiums
Bürger in der Stadt über das Schicksal ihrer Altersgenossen und sammelten für die Hilfsaktion „Terre des hommes“.
Für einen Tag schlüpften einige sogar selbst in die Rolle eines Straßenkindes.
„Wir wollen den Leuten zeigen, wie und wo Kinderrechte gebrochen werden“, erklärte Onyeka, die den
Informationsstand vor dem Alten Rathaus mit Lena, Linda und Louisa betreute. Die Mädchen verteilten Flyer,
Broschüren und Musik-CDs gegen eine Spende. „Die kommt dann Kindern in Not zugute“, sagte Lena.
Das Projekt im Wahlpflichtunterricht für die achten Jahrgänge wurde von den Lehrern Monika Kleineberg und
Reinhard Irmscher betreut. „Die Schüler haben sich mit Kinderrechten auseinandergesetzt und sich über die Situation
von Straßenkindern informiert“, sagte Kleineberg. Dazu gehöre auch das „Hineinschlüpfen“ in die Rolle eines
Straßenkindes. So kreuzten Jana, Hannah und Patrizia mit einem Bauchladen durch die Stadt, um die Menschen mit
kleinen Geschenken zu einer Spende zu bewegen. „Viele schauen auf den Boden und gehen einfach weiter“, erzählte
Patrizia von den Schwierigkeiten. Es gebe aber auch „ein paar nette Leute. Einer hat uns sogar einen Schein
gegeben.“ 25 Euro hatten die drei Mädchen bereits nach einer Stunde gesammelt. „So viel verdienen die
Straßenkinder natürlich nicht“, sagte Jana.
Jannik und Felix versuchten sich als Schuhputzer – mit einem originalen Schuhputzkasten eines bolivianischen
Straßenkindes. „Zwei Leuten haben wir die Schuhe sauber gemacht“, erzählte Jannik. Dafür hätten die ihren Fuß auf
den Kasten stellen müssen. Dann habe er mit Lappen und Schuhcreme losgelegt, „bis die Schuhe sauber waren“.
Sammeln für Kinder in Not (v.l.): Nessrin, Birte und Nina in der Innenstadt. Heller
Göttinger Tageblatt, 23.11.2006 |